Freiheit

Sabrina Kiefner

Es gibt einen roten Faden, dessen Ursprung auf meine Kindheit zurückgeht: eine unerklärliche Leidenschaft für Pferde und Reiterei hat meinen Lebenslauf mitbestimmt. Ich war acht oder neun Jahre alt, als meine Eltern eines Sonntagmorgens eine Notiz auf dem Küchentisch vorfanden: „Liebe Mama, lieber Papa, ich bin in den Pferdestall geradelt.“ Seit der freundliche Besitzer einer ländlichen Reitschule mich auf einen stattlichen Apfelschimmel geschwungen hatte, waren meiner Begeisterung für diese eleganten, eigenwilligen Tiere keine Grenzen mehr gesetzt.

Dabei ging es weniger um sportliche Ambitionen, vielmehr war ich auf der Suche nach einem fair behandelten Partner und verlässlichen Freund.

Eine erste Historiensaga, die 2019 in Frankreich, meiner Wahlheimat, erschien, ging aus dieser Zeit hervor: Die „CELESTE“-Reihe beruht auf reellen Erfahrungen im Damensattel sowie weitreichende Recherchen über eine Kämpferin, die in der Region nicht ganz unbekannt ist,

Céleste de Berkeley.

Meine Bücher sind Frauen gewidmet, die in Geschichtsbüchern „vergessen“ wurden oder m. E. zu kurz kamen. Oft wurde ihr Schicksal von gewaltigen, historischen Umstürzen auf fatale Weise beeinflusst. Auch in dem Lyrikband „Pferde und andere Gedichte“ taucht die eine oder andere von ihnen auf.

Als freiberufliche Übersetzerin mache ich es mir zur Aufgabe, Brücken zu bauen und Verbindungen zu schaffen zwischen meiner schwäbischen Heimat und der französischen Atlantikküste, an der ich vor knapp zwanzig Jahren meine Zelte aufschlug

Pferde und andere Gedichte


In diesem Buch finden sich alte und neue Gedichte neben ausgewählten Versen wieder, die aus meinem französischsprachigen Gedichtband „LE CHEVAL & autres poèmes“ ins Deutsche übertragen wurden.
Alle Abbildungen wurden von der französischen Künstlerin Hélène Fleuriot gemalt.
Bei dem prämierten Gedicht „Caroline Loyo“ ist auch die Originalfassung angefügt. Alle anderen Balladen gibt es nur auf Deutsch, bzw. in meiner „vierten Fremdsprache“: schwäbische Mundart.

Für sogenannte Reigschmeggde, also Nichtschwaben, sind sie nicht entzifferbar! Deshalb wurden sie auf den letzten Seiten eingefügt,
sozusagen als Betthupferl und sind meiner Heimat gewidmet, als Gruß an Freunde und Bekannte auf der schwäbischen Alb – in weiter Ferne –
insbesondere rund ums Eselburger Tal.